DSW-Jahresbericht 2025/26
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
liebe Förderinnen, liebe Förderer der
Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW),
in Zeiten multipler Krisen und zahlreicher Kriege befindet sich die Entwicklungszusammenarbeit in schwierigem Fahrwasser. Wachsende Nationalismen und schrumpfende Haushalte sorgen für eine zunehmende Innengewandtheit; multilaterale Abkommen und Organisationen, bis hin zu den Vereinten Nationen, werden in Frage gestellt. Bei zum Teil sicher auch berechtigter Kritik wird häufig übersehen, welch enorme Fortschritte dem jahrzehntelangen Zusammenwirken zu verdanken sind, und wie fahrlässig sie gerade durch das massive Streichen von Fördermitteln aufs Spiel gesetzt werden. Ein Beispiel aus dem Bereich der Familienplanung ist die Mutter-Kind-Gesundheit. Der Rückgang der Müttersterblichkeit um fast 40 Prozent seit der Jahrtausendwende ist eine der größten Erfolgsgeschichten der globalen Gesundheitsarbeit. Seit 2024 steigen die Todeszahlen erstmals wieder an. Mehr dazu finden Sie in diesem Jahresbericht.
Doch es gibt auch Positives zu vermelden, denn in schweren Zeiten rückt man bekanntlich zusammen und das gilt auch – zumindest partiell – für Europa. So berichtet unser Advocacy-Team aus Brüssel, dass sich im EU-Parlament eine stabile Mehrheit für die Unterstützung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte (SRGR) gefunden hat. Das Berliner Team konnte in der neuen Legislaturperiode wieder einen stark besetzten Parlamentarischen Beirat formen, in dem sich Abgeordnete über Parteigrenzen hinweg für unsere Themen nicht nur interessieren, sondern auch engagieren.
Die Stiftungsallianz für Afrika (SAfA) zeigt in Äthiopien und Tansania, was erreicht werden kann, wenn sich private Stiftungen mit ihrer Expertise zusammenschließen, um im Verbund mit dem Bundesentwicklungsministerium Projektarbeit vor Ort zu gestalten: die Hanns R. Neumann Stiftung, die Kühne Stiftung sowie die Rossmann-Stiftung gemeinsam mit der DSW ermöglichen Schulungen in Landwirtschaft, Logistik und sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte. In der ersten Phase wurden allein in Äthiopien bis zu 67.000 junge Menschen in einem der drei Bereiche ausgebildet.
Schließlich freuen wir uns sehr, unseren neuen Vorstandsvorsitzenden Sebastian Tripp vorzustellen, der die DSW seit dem Frühjahr 2026 gemeinsam mit unserer Vorständin Programme, Angela Bähr, leitet. Im 35. Jahr ihres Bestehens gilt es für die DSW, das Erreichte nicht nur zu feiern, sondern auch zu verteidigen und weiterzuentwickeln – für eine starke Zukunft der jungen Menschen in Afrika.
Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
Herzliche Grüße
Ihr
Helmut Heinen
Vorsitzender des DSW-Stiftungsrats
Sonderthema
Müttersterblichkeit
Die Müttersterblichkeit ist weltweit seit dem Jahr 2000 um rund 40 Prozent gesunken – einer der größten gesundheitspolitischen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte. Frauen haben heute bessere Chancen denn je, Schwangerschaft und Geburt zu überleben. Doch dieser bedeutende Fortschritt ist gefährdet. Die Entscheidung von Donald Trump und der US-Regierung, die Entwicklungshilfeorganisation USAID aufzulösen, stellt einen gravierenden Einschnitt dar. Erstmals seit zwanzig Jahren steigt die Müttersterblichkeit wieder an.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Müttersterblichkeit als den Tod einer Frau während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder innerhalb von 42 Tagen danach. Laut Vereinten Nationen starben im Jahr 2023 weltweit etwa 260.000 Frauen infolge von Schwangerschaft oder Geburt. Rund 70 Prozent dieser Todesfälle ereignen sich in Subsahara-Afrika. Zu den häufigsten Ursachen zählen starke Blutungen, Infektionen (Sepsis), Präeklampsie, Komplikationen während der Geburt sowie unsichere Schwangerschaftsabbrüche – alles Probleme, für die wirksame Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten existieren.
Stirbt eine Mutter, ist auch das Leben ihres Kindes massiv gefährdet. Besonders Neugeborene haben ohne ihre Mutter ein deutlich erhöhtes Risiko, vor ihrem zweiten Lebensjahr zu sterben.
Die USA zählten lange zu den größten Geldgebern der Entwicklungszusammenarbeit. Im Jahr 2024 stellten sie rund 14 Milliarden US-Dollar für die weltweite Unterstützung von Menschen in Not bereit, 2025 waren es jedoch nur noch 3,5 Milliarden. Diese drastischen Kürzungen haben erhebliche Folgen für die Gesundheitsversorgung in vielen Ländern, nicht zuletzt in Subsahara-Afrika: Staaten sind gezwungen, zentrale Angebote für Mütter, Neugeborene und Kinder einzuschränken oder ganz einzustellen. Krankenhäuser schließen, medizinisches Personal wird entlassen und Lieferketten für lebenswichtige Medikamente sowie medizinische Ausrüstung brechen zusammen. Dadurch fehlt es unter anderem an Mitteln zur Behandlung von Blutungen, Präeklampsie, Malaria oder HIV. Letzteres trägt erheblich zur Müttersterblichkeit bei, denn der zunehmend eingeschränkte Zugriff auf die nötigen Medikamente ist besonders gefährlich für Mütter und Kinder. Dabei existieren effektive Behandlungsmöglichkeiten – insbesondere zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung. Doch aktuell steigen HIV-Infektionen vor allem bei jungen Frauen wieder rapide an, nachdem sie lange Zeit stark zurückgegangen waren.
Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, welche Folgen selbst kurzfristige Unterbrechungen von Hilfeleistungen haben können: Während der COVID-19-Pandemie kam es zu massiven Störungen in Lieferketten und Gesundheitsversorgung. Im Jahr 2021 starben dadurch etwa 40.000 Frauen mehr an Komplikationen – sowohl infolge von Corona-Infektionen als auch aufgrund eingeschränkten Zugangs zu medizinischer Betreuung. Zwar liegen bislang keine offiziellen Zahlen für einen erneuten Anstieg der Müttersterblichkeit vor, doch erste Schätzungen deuten auf besorgniserregende Entwicklungen hin. Laut dem „Impact Counter“ starben im ersten Jahr nach der Auflösung von USAID über 260.000 Erwachsene und mehr als 500.000 Kinder zusätzlich.
Die aktuellen Entwicklungen lassen befürchten, dass die hart erkämpften Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte bei der Senkung der Müttersterblichkeit zunichte gemacht werden könnten. Der Zugang zu qualitativ hochwertiger und respektvoller Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht, sondern auch eine zentrale Voraussetzung für Geschlechtergerechtigkeit. Besonders marginalisierte Gruppen – darunter viele schwangere Frauen – sind von Kürzungen der Hilfsgelder am stärksten betroffen. Dabei könnte mit den entsprechenden Mitteln ein Großteil der Todesfälle verhindert werden.
Die Auflösung von USAID hat daher nicht nur eine humanitäre Krise ausgelöst, sondern auch eine Krise der Gleichberechtigung. Wenn Frauen und Mädchen der Zugang zu medizinischer Versorgung, sicheren Schwangerschaftsabbrüchen, Medikamenten und Verhütungsmitteln verwehrt wird, gerät auch ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung in Gefahr. Verhütung ermöglicht es ihnen, über ihr Leben und ihre Familienplanung zu entscheiden. Wird ihnen dieser Zugang genommen, sind sie zudem vermeidbaren Risiken in Bezug auf Sexualität, Schwangerschaft und Geburt ausgesetzt.
Die Kürzungen von Hilfsgeldern durch die USA stellen einen schweren Rückschlag dar. Sie dürfen jedoch nicht zur Resignation führen, sondern erfordern umso mehr Einsatz aller nationalen wie internationalen Kräfte, ein funktionales Gesundheitssystem aufzubauen.
Interview
Sebastian Tripp über seine neue Aufgabe bei der DSW
Sie kommen aus der Welt des Sports, genauer gesagt der Sportvermarktung, waren zuletzt Geschäftsführer der Panda-Fördergesellschaft, die zum WWF gehört, und übernehmen nun die Leitung der DSW. Das ist von außen betrachtet eine spannende thematische Entwicklung. Wie kam es dazu und was reizt Sie besonders an Ihrer neuen Aufgabe bei der DSW?
Ja, der Weg ist von außen betrachtet ein weiter – von der Champions-League oder einer Nordischen Ski-Weltmeisterschaft zu so einer wichtigen Aufgabe wie hier bei der DSW. Aber ich habe mich in meinem Leben immer für neue Themen und vor allem für Menschen interessiert und nach über acht Jahren im Natur- und Umweltschutz hat mich die Anfrage der DSW nicht nur thematisch gereizt, sondern auch geehrt. In einer Zeit, in der Zivilgesellschaften und der internationale Zusammenhalt stark unter Druck stehen, brauchen so drängende Themen wie die Selbstbestimmung, insbesondere von Frauen und Jugendlichen in Ostafrika – auf einem Kontinent, der so relevant für die globale Zukunft ist – jeden Einsatz, um die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Die Kombination aus Projektarbeit vor Ort und der politischen Arbeit macht die DSW in vielen Bereichen einzigartig. Deswegen freue ich mich, hier auch meinen Teil beitragen zu dürfen.
Die DSW feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Für die jungen Menschen in Afrika, insbesondere für die jungen Frauen und Mädchen, wurde in dieser Zeit viel erreicht. Allerdings erleben wir gerade eine Phase des sogenannten „Backlash“, in dem diese Errungenschaften sowohl politisch als auch gesellschaftlich massiv in Frage gestellt werden. Wie sehen Sie die Rolle der DSW in der Zukunft?
Es bedarf einer starken, verlässlichen und lauten Stimme, denn gerade der Bereich Entwicklungszusammenarbeit steht auf dem Prüfstand. Es ist eine der vordringlichsten Aufgaben, hier neue Wege zu gehen und nachhaltige Allianzen in Politik, Gesellschaft und auch mit der Privatwirtschaft zu schmieden, um nicht die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zu verlieren und Fortschritt zurückzudrehen. Hier sehe ich eine zentrale Rolle der DSW darin, sich weiterhin unermüdlich für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte, die globale Gesundheit und körperliche Selbstbestimmung einzusetzen und diesen Themen die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie aktuell so dringend benötigen.
Was ist Ihr erstes Ziel, das Sie sich bei der DSW gesetzt haben?
Zuhören. Ich möchte vor allem schnell und umfassend von diesem tollen Team, allen Partnern und Unterstützern und der großen Expertise aus den letzten 35 Jahren lernen, um so die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Die DSW soll Stimme, aber auch Partner und Netzwerker sein, um Menschen, Institutionen und Unternehmen zusammenzubringen. So wird unsere Arbeit wirkungsvoller und durchschlagender – und das zahlt sich auch monetär aus.
Die Herausforderungen sind so spannend wie vielfältig. Was ist Ihre liebste Freizeitbeschäftigung, um dafür die nötige Kraft zu tanken?
Ich genieße es sehr, am Wochenende meine beiden Jungs bei ihren Sportarten als passiver Zuschauer zu begleiten, aber auch aktiv selbst noch Sport zu treiben. So bleibe ich nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit für alles, was da kommt.
Über uns
Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation, die 1991 von den hannoverschen Unternehmern Erhard Schreiber (†) und Dirk Roßmann gegründet wurde. Unser Ziel ist es, in Afrika das Potenzial der größten Jugendgeneration aller Zeiten zu fördern und so zu einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Alle jungen Menschen – insbesondere Mädchen und junge Frauen – sollen gesund leben und eigene, informierte Entscheidungen über ihr reproduktives Leben treffen können sowie uneingeschränkten Zugang zu Sexualaufklärung, Gesundheitsdiensten und modernen Verhütungsmitteln haben.
Neben unserem Hauptsitz in Hannover sind wir mit Büros in Äthiopien und Tansania sowie in Berlin und Brüssel vertreten. Im Zuge der Lokalisierung wurden die Büros in Uganda und Kenia in die eigenständigen Nichtregierungsorganisationen Action 4 Health Uganda und Youth for a Sustainable World überführt.
Zusammen mit der Jugend
Wir arbeiten eng mit Jugendlichen zusammen, um ihr Verständnis für sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Geschlechtergerechtigkeit zu vertiefen. Dabei liegt unser Fokus darauf, ihnen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden zu ermöglichen und sie in ihrer Selbstbestimmung zu stärken.
Recht auf Gesundheit verankern
In der Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträger*innen setzen wir uns für die Implementierung und finanzielle Unterstützung jugendfreundlicher Gesundheitsdienste ein. Unser Ziel ist es, diese Dienste fest in der Gesundheitspolitik zu verankern und somit nachhaltig zu etablieren.
Unterstützung auf allen Ebenen
Durch Kooperationen mit verschiedenen Partner*innen entwickeln wir multisektorale Lösungsansätze für Herausforderungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte. Diese ganzheitliche Herangehensweise zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von Jugendlichen umfassend zu verbessern.
Politisch überzeugen
Auf politischer Ebene engagieren wir uns für ein klares Bekenntnis zu globaler Gesundheit. Wir setzen uns für umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung ein, insbesondere für armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten sowie für Frauengesundheit, um langfristig positive Veränderungen zu bewirken.
Unsere Organisationsstruktur
Wirkungsbeobachtung
Unsere Ziele im Blick
Unser Expert*innenteam aus Äthiopien, Deutschland, Kenia, Tansania und Uganda begleitet auch 2025/26 die Umsetzung und Wirkung der DSW-Projekte. Das dynamische Projektumfeld und die Lebenssituation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ostafrika macht strukturiertes und nachvollziehbares Monitoring nicht einfach: Unsere Zielgruppe ist mit 10 bis 24 Jahren noch jung – und dementsprechend ständig im Wandel. Ihre Interessen und Bedarfe ändern sich fortwährend, zudem gehört zu den Charakteristika der Jugendlichen, dass sie mobil sind. Um möglichst nah an dieser Zielgruppe zu bleiben, ist eine zeitnahe Datenerfassung und -verfolgung wichtig. Sie lässt uns früh erkennen, wenn sich Bedarfe oder Rahmenbedingungen ändern. Mithilfe partizipativer Methoden und des digitalen Monitoringtools WebMo erfassen wir aktuelle Projektdaten in Echtzeit und verbessern kontinuierlich unsere Prozesse.
Das haben wir erreicht:
97.535
Mal haben Jugendliche an von Gleichaltrigen geleiteten SRGR-Trainings (sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte, SRGR) teilgenommen
153
Infoveranstaltungen wurden in lokalen Gemeinden durchgeführt (dabei lag der Fokus u. a. auf Geschlechtergleichstellung, sexualisierter und geschlechtsbasierter Gewalt und weiblicher Genitalverstümmelung)
Mehr als 150.000
Mal wurden Jugendliche mit Unterstützung der DSW an Gesundheitszentren für SRGR-Dienstleistungen vermittelt
89.035
Jugendliche wurden mit modernen Verhütungsmitteln versorgt
347
Jugendorganisationen wurden von der DSW gefördert, um sich im Bereich SRGR zu engagieren.
1.318
Jugendberater*innen wurden ausgebildet
324
Jugendaktivist*innen wurden ausgebildet
410
Mitarbeitende im Gesundheitswesen wurden zu jugendgerechten SRGR-Dienstleistungen fortgebildet
72
Flying Nurses wurden ausgebildet
Diese Erfolge sind nur Dank Ihrer Unterstützung möglich.
Unsere Projekte
Im Folgenden stellen wir eine Auswahl unserer Projekte vor.
Stiftungsallianz für Afrika (SAfA)
Gemeinsam Zukunft gestalten
In einem innovativen holistischen Projektansatz vereint die Stiftungsallianz für Afrika (SAfA) sowohl in Äthiopien als auch in Tansania die Expertise dreier Stiftungen (Hanns R. Neumann Stiftung, Kühne Stiftung sowie die Rossmann-Stiftung mit der DSW) in den thematischen Komponenten Landwirtschaft (mit dem Fokus auf Kaffeeanbau und Beschäftigung), Logistik und Bildung sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR). In Äthiopien erhält die schnellwachsende junge Bevölkerung in den Regionen Amhara und Oromia durch die gemeinsame Projektarbeit der drei Stiftungen eine attraktivere Lebensperspektive und damit auch die Möglichkeit, ihre Gemeinschaften zu unterstützen. In der ersten Phase der SAfA-Initiative wurden bis zu 67.000 junge Menschen entweder im Bereich Landwirtschaft, Logistik oder SRGR ausgebildet.
Lehrkräfte sowie gesellschaftlich und politisch relevante Personen wurden zu Themen wie HIV- und STI-Prävention, Familienplanung, Menstruationsgesundheit, sichere Schwangerschaftsabbrüche sowie zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt und schädlichen Praktiken wie der weiblichen Genitalverstümmelung geschult. Sie wirkten ebenso als Multiplikator*innen wie die 1.250 Jugendberater*innen, die ausgebildet werden, um ihr Wissen an Gleichaltrige weiterzugeben. Veranstaltungen in den Gemeinden, Schulclubs, mediale Aktivitäten und sogenannte Edutainment-Formate (Education und Entertainment) haben über 50.000 Gemeindemitglieder erreicht. Nicht zuletzt erhielten 10.500 verheiratete junge Frauen Beratung durch Hausbesuche.
In lokalen Gesundheitseinrichtungen sowie in Jugendclubs und über Studierendenvertretungen wurde Personal in sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten sowie in der Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt geschult und die Einrichtung jugendfreundlicher Angebote gefördert. Im Rahmen der einjährigen Zwischenfinanzierungsphase wurde zudem erprobt, inwieweit eine Zusammenarbeit mit Universitäten, die ein Medizinstudium anbieten, sowie eine Verknüpfung mit Friedensförderung möglich ist. Diese Erfahrungen fließen als wichtige Grundlage in die Planung der kommenden SAfA-Phase 2 ein, in der dieser Ansatz weiterentwickelt werden soll.
„Ich habe im DSW Youth Empowerment Centre gelernt, wie man wiederverwendbare Binden herstellt. Heute setzen wir uns aktiv für Menstruationsgesundheit ein und machen SRGR-Themen sichtbar. Ich habe nicht nur Zugang zu sogenannten Dignity Kits, sondern kann diese auch selbst herstellen und anderen Mädchen und Frauen günstig zur Verfügung stellen. Diese Initiative stärkt mich und viele andere junge Frauen. Viele verbleiben nun in der Schule oder kehren dorthin zurück.“
Fotos: © DSW
Fotos: © DSW
*SAfA ist eine Partnerschaft der Kühne Stiftung (spezialisiert auf Logistik- und Supply-Chain-Ausbildung), der Rossmann Stiftung (engagiert für Gesundheit und soziales Wohlergehen) sowie der Hanns R. Neumann Stiftung (die sich auf die Unterstützung von Kleinbauernfamilien in Kaffeeregionen sowie auf die Förderung von Jugendlichen in Deutschland konzentriert, um für sie bessere Lebensbedingungen zu erreichen). Durch die Bündelung ihrer Expertise und Ressourcen gehen diese drei Stiftungen komplexe Herausforderungen gemeinsam an – mit dem Ziel, die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Die Projekte werden mit Unterstützung des BMZ finanziert.
Direct-to-Consumer
Selbstbestimmung und Teilhabe
„Meine Teilnahme am Projekt hat mir die Angst vor Verhütungsmitteln genommen“, sagt Monicah Wairim (19, Njoro). „Die jugendfreundlichen Angebote haben es mir erleichtert, offen Fragen zu stellen und zu verstehen, was reproduktive Gesundheit bedeutet.“ Das Projekt Direct-to-Consumer (D2C) ist eine zweijährige Pilot-Initiative, die von Youth for a Sustainable World (YSW) in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium des Nakuru County und durch Unterstützung der DSW umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist es, für junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren den Zugang zu modernen Verhütungsmethoden, altersgerechter medizinischer Beratung und Dienstleistungen zu verbessern und ihnen damit eine selbstbestimmte Familienplanung zu ermöglichen.
Dabei verfolgt D2C einen ganzheitlichen Ansatz, der verschiedene Maßnahmen kombiniert: gemeindeorientierte Aktivitäten, den Einsatz medizinischer Fachkräfte, den sogenannten „Flying Nurses“, die Ansprache von Jugendlichen durch Gleichaltrige (Peer-Education) sowie gezielte Gesundheitsberatung durch Community Health Promoter (CHPs).
Eine zentrale Rolle spielt das Youth Empowerment Centre (YEC) in Nijoro. Hier steht die Förderung junger Führungspersönlichkeiten im Mittelpunkt. Ihnen werden wichtige Kompetenzen vermittelt, ihr Selbstvertrauen gestärkt, Entscheidungsfähigkeiten gefördert. Und sie werden darin unterstützt, für ihre Rechte einzutreten. Gleichzeitig hat das YEC den Zugang zu SRGR-Dienstleistungen erweitert und einen geschützten Raum geschaffen, in dem sich Jugendliche unterstützt und gestärkt fühlen.
Die Ergebnisse sprechen für sich: Bis Dezember 2025 nahmen in den Sub-Counties Njoro und Gilgil bis zu 40.000 Personen moderne Verhütungsangebote in Anspruch. In enger Kooperation mit dem Projekt wurden 12.100 weitere Dienstleistungen wie beispielsweise HIV- oder Schwangerschaftstests erbracht.
„Teil dieses Projekts zu sein hat mich zu einer besser informierten und selbstbewussteren YEC-Leiterin gemacht. Ich habe mein Wissen über Verhütungsmethoden vertieft, Gleichaltrige über deren Bedeutung aufgeklärt und meine Fähigkeit gestärkt, mit anderen zu kommunizieren und auch in Teamsituationen konstruktiv mit Frustration umzugehen.“
Fotos: © Youth for a Sustainable World (YSW)
Fotos: © Youth for a Sustainable World (YSW)
Youth for Health
Jungen Menschen eine starke Stimme geben
© YSW
© YSW
Mädchen und junge Frauen aus den ärmsten und marginalisiertesten Bevölkerungsgruppen, einschließlich junger Menschen mit Behinderungen, in ländlichen und schwer zugänglichen Regionen zu erreichen, das war der besondere Fokus von Youth for Health (Y4H). Dieses von der EU finanzierte Programm wurde von MSI Reproductive Choices im Konsortium mit der DSW und anderen Partnern in Äthiopien, Ghana, Kenia, Sierra Leone, Tansania und Sambia durchgeführt. Es sollte insbesondere Mädchen und Frauen den Zugang zu lebensverändernden Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte (SRGR) ermöglichen.
Die DSW konzentrierte sich dabei in Ostafrika insbesondere auf die Advocacy-Arbeit, mit dem Ziel, ein förderliches politisches Umfeld für SRGR zu schaffen. Dazu gehörten unter anderem der Zugang zu Verhütungsmitteln und anderen Gesundheitsprodukten sowie die Mobilisierung der notwendigen Mittel für das Gesundheitsbudget auf Distriktebene.
In Kenia, Tansania, Äthiopien und Ghana wurden 47 junge Menschen sowie Mitarbeitende von Partnerorganisationen in zentralen Advocacy-Kompetenzen geschult; im Verlauf des Projektes engagierten sie sich auf verschiedenen politischen Ebenen für SRGR: vom Distrikt bis hin zur ostafrikanischen Gemeinschaft.
„Durch Y4H wurden unsere Advocacy-Kompetenzen gestärkt“, erzählt Saa Salim aus dem kenianischen Küstenbezirk Kwale. „Wir haben verstanden, wie öffentliche Planungs- und Budgetprozesse funktionieren, gelernt, wie man sich in öffentlichen Beteiligungsforen einbringt und Stellungnahmen einreicht. Außerdem hat es unser Selbstvertrauen gestärkt, in Sitzungen zu sprechen und mit Entscheidungsträger*innen in Kontakt zu treten.“
© DSW/Brian Otieno
© DSW/Brian Otieno
Diese Kompetenzen ermöglichten es Salim unter anderem, ihre Generation beim EAC Youth Policy Forum in Arusha, Tansania, zu vertreten. „In Arusha zu stehen, bedeutete für mich, die Hoffnungen junger Frauen aus Msambweni zu vertreten – damit regionale Gesetze unsere Lebensrealitäten widerspiegeln.“
Auch auf regionaler Ebene konnten wichtige Fortschritte erzielt werden, darunter die Verabschiedung des Arusha Youth Joint Communiqué sowie Verpflichtungen zum EAC-Gesetz zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten. Im Rahmen dieses Gesetztes verpflichten sich die ostafrikanischen Mitglieder auch dazu, die mentale Gesundheit in die primäre Gesundheitsversorgung zu integrieren und parlamentarische Jugendforen einzurichten.
„Für mich war dies weit mehr als ein persönlicher Erfolg. Es hat bewiesen über welches Potenzial junge Menschen verfügen, wenn sie dabei unterstützt werden, für ihre Rechte einzutreten. Selbst Jugendliche aus marginalisierten Gemeinschaften wie ich können einen Beitrag leisten und politische Prozesse beeinflussen. Ich hatte die Möglichkeit, mich einzubringen und Entscheidungen mitzugestalten.“
MARE Pads
Doppelter Gewinn
Der Zugang zu erschwinglichen und sicheren Menstruationshygieneprodukten stellt vor allem in ländlichen Regionen Ugandas eine große Herausforderung dar. Viele Mädchen greifen mangels Alternativen auf ungeeignete Materialien zurück, was gesundheitliche Risiken birgt und häufig zu Schulfehlzeiten führt. Der Menstrual Hygiene Hub, ein 2025 im Distrikt Mityana gestartetes Projekt, leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Menstruationsgesundheit und stellt dabei die jungen Frauen in den Mittelpunkt der Lösung.
Die Vorbereitung für dieses von der DSW gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Action for Health Uganda (A4HU) initiierte Projekt liefen bereits seit vier Jahren. In dieser Zeit wurde von den Jugendlichen eigenhändig eine kleine Fabrik gebaut, in der jetzt hochwertige wiederverwendbare Binden unter der Marke „MARE Pads“ hergestellt werden. Dafür wurde im Malangala Youth Empowerment Centre ein von Jugendlichen geführtes Produktionsteam gebildet. Nach einer intensiven Trainingsphase, die theoretische und praktische Inhalte kombinierte, hat sich die Initiative in kurzer Zeit zu einem funktionierenden lokalen Sozialunternehmen entwickelt.
Damit verbessert das Projekt nicht nur den Zugang zu Menstruationshygieneprodukten, sondern stärkt auch Gesundheit, Selbstvertrauen und Bildungschancen der Mädchen. Sie können ihre Menstruation zunehmend sicher und würdevoll managen und bleiben damit in den Schulalltag integriert. Gleichzeitig eröffnen sich für die beteiligten Jugendlichen, meist junge Frauen und Mütter, auch neue wirtschaftliche Perspektiven. Sie erwerben praktische Fähigkeiten in Produktion, Organisation und Vertrieb und übernehmen Verantwortung innerhalb des Hubs. Aufbauend auf diesen Erfolgen wurde das Angebot bereits erweitert: Neben wiederverwendbaren Binden produziert das Team inzwischen auch Taschen für Schulmädchen, in denen nicht nur Bücher, sondern auch die Binden diskret transportiert werden können, sowie Seife für die persönliche Hygiene. Nicht zuletzt werden so auch zusätzliche Einkommensquellen erschlossen. Schließlich werden die jungen Frauen auch in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Marktentwicklung geschult, womit sie die Reichweite der Produkte erhöhen und das Sozialunternehmen langfristig tragfähig machen können.
Das Malangala Menstrual Hygiene Hub zeigt eindrücklich, wie junge Menschen durch gezielte Förderung, Ausbildung und Vertrauen nachhaltige Lösungen in ihren Gemeinden gestalten können – mit positiven Effekten für Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung.
Fotos: © A4HU
Flying Nurses
Selbstbestimmt in die Zukunft
© DSW/Brian Otieno
© DSW/Brian Otieno
Familienplanung ist essenziell, um reproduktive Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Obwohl in Uganda bedeutende Fortschritte erzielt worden sind – der Anteil verheirateter Frauen, die Verhütungsmittel nutzen, stieg von 14 Prozent im Jahr 2000 auf 38 Prozent – bestehen weiterhin erhebliche Versorgungslücken. Insbesondere Jugendliche, vor allem in ländlichen Regionen, sehen sich nach wie vor großen Hindernissen beim Zugang zu Informationen und Dienstleistungen rund um die Familienplanung gegenüber.
In Zahlen ausgedrückt: 60 Prozent der Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln oder adäquater medizinischer Beratung und Versorgung. Die nationale Teenagerschwangerschaftsrate liegt bei 25, in ländlichen Gebieten bei 27 Prozent. Vor diesem Hintergrund entwickelte A4HU gemeinsam mit TeamUp Uganda im Jahr 2024 ein innovatives Konzept: das BEEs Family Planning Social Marketing Pilotprojekt.
Dabei handelt es sich um ein nachhaltiges sozialunternehmerisches Modell, mit dem Ziel, Barrieren für junge Menschen abzubauen und den Zugang zu erschwinglichen, hochwertigen und jugendfreundlichen modernen Familienplanungsprodukten und -informationen zu verbessern.
Wie funktioniert das? In enger Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung im Distrikt Mityana wurden 17 „Flying Nurses“, liebevoll auch BEEs genannt, geschult und unterstützt. Diese engagierten Gesundheitsfachkräfte wurden in schwer erreichbare Gebiete entsandt, wo sie Dienstleistungen direkt zu den Jugendlichen im ländlichen Raum bringen.
Das BEEs-Modell erwies sich als äußerst wirksam bei der Ansprache junger Menschen. Über verschiedene Kanäle – darunter Einzel-, aber auch Gemeinschaftsberatungen sowie Treffen mit Jugendgruppen und Veranstaltungen von TeamUp Uganda – wurden rund 5.560 Jugendliche mit wichtigen Informationen zu moderner Verhütung und Familienplanung erreicht.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist der integrierte Ansatz: Neben Verhütung und Familienplanung wurden ergänzende Dienstleistungen wie HIV-Beratung und -Tests, STI-Screenings sowie Schwangerschaftstests angeboten. Dies senkte Hemmschwellen und erhöhte die Nachfrage deutlich.
Die Wirkung ist klar messbar: 90 Prozent der Nutzerinnen berichten von einem deutlich verbesserten Zugang zu Dienstleistungen, die nun meist innerhalb von fünf Kilometern verfügbar sind. Fast alle haben das Verhütungsmittel ihrer Wahl erhalten und die Angebote als erschwinglich bewertet. 67 Prozent der Klientinnen nahmen dabei erstmals Familienplanungsangebote in Anspruch – ein entscheidender Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung und langfristiger Gesundheitsvorsorge.
Darüber hinaus stärkt das Projekt nachhaltig lokale Strukturen. Die beteiligten Gesundheitsfachkräfte entwickelten sich zu eigenständigen Anbieter*innen, erweiterten ihr Leistungsangebot und sicherten sich zusätzliche Einkommensquellen. So entsteht ein tragfähiges Sozialunternehmertum, das Versorgungslücken schließt und langfristig wirkt.
Das BEEs-Modell zeigt, wie gezielte Investitionen zu messbaren Veränderungen führen: Es verbessert den Zugang zu Gesundheitsdiensten, reduziert bestehende Ungleichheiten und schafft nachhaltige Perspektiven für junge Menschen in ländlichen Regionen Ugandas.
© A4HU
© A4HU
Politik
Berlin
In Berlin blickt die DSW auf ein intensives und bewegtes Jahr politischer Arbeit zurück. Mit großem Engagement brachte das Advocacy-Team zentrale Themen wie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR), Geschlechtergerechtigkeit und globale Gesundheit aktiv in politische Debatten ein und suchte dabei stets den offenen Dialog mit Parlament, Zivilgesellschaft und internationalen Partnerorganisationen.
Ein wesentlicher Meilenstein war der Neustart des Parlamentarischen Beirats für Bevölkerung und Entwicklung in der 21. Legislaturperiode. Auf Initiative der DSW bringt das parteiübergreifende Gremium seit 2003 Bundestagsabgeordnete zusammen, um unsere Themen auf der politischen Agenda zu verankern. Zum neuen Sprecher wurde Sascha van Beek (CDU) gewählt. Auf der Agenda des Beirats standen unter anderem Klima und Gesundheit sowie HIV und Aids.
Besonders bereichernd war der Besuch der DSW Youth Champions aus Ostafrika, die im Oktober ihre Perspektiven in den Parlamentarischen Beirat einbrachten. Mit beeindruckender Überzeugungskraft setzen sie sich in ihren Heimatländern für die Gesundheit und Rechte junger Menschen sowie deren politische Beteiligung ein – ihr Austausch in Berlin war ein inspirierender Impuls für die weitere Arbeit aller Beteiligten.
Auch auf nationalen und internationalen Veranstaltungen zeigte das Berliner Team Präsenz. In Zeiten wachsender globaler Herausforderungen setzte die DSW mit dem “International Dialogue on Population and Sustainable Development” gemeinsam mit ihren Partnern ein starkes Zeichen für internationalen Austausch und Zusammenarbeit. Ergänzend dazu rückte die Veranstaltungsreihe women.health.research die Bedeutung geschlechtergerechter Gesundheitsforschung in den Mittelpunkt. Beim World Health Summit organisierte die DSW eine Session zum sogenannten Gender Health Gap, in der mit Verantwortlichen aus Politik, Wissenschaft und internationalen Organisationen die strukturellen Ungleichheiten der Geschlechter in der Gesundheitsforschung diskutiert werden. Darüber hinaus trat sie dem internationalen Konsortium Walking the Talk bei, das sich dafür einsetzt, mehr Mittel für Geschlechtergerechtigkeit zu mobilisieren und die Rechte von Frauen, Mädchen und der LGBTIQ+-Community weltweit zu stärken.
Ob im parlamentarischen Dialog, bei internationalen Konferenzen oder im Austausch mit jungen Menschen: Das Berliner Advocacy-Team der DSW bleibt engagiert, um globale Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit und SRGR weiterhin entschlossen in politische Prozesse einzubringen und nachhaltig zu stärken.
Fotos: © DSW
Politik
Brüssel
Das Jahr 2025 brachte einige positive Entwicklungen auf EU-Ebene. Trotz eines stärker rechtsgerichteten Europäischen Parlaments gelang es den Abgeordneten weiterhin, progressive Mehrheiten zur Unterstützung von sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten (SRGR) zu bilden. Im Vorgriff auf die neue EU-Gleichstellungsstrategie verurteilte das Europäische Parlament Mitgliedstaaten mit stark restriktiven Abtreibungsgesetzen und bezeichnete die daraus resultierenden Folgen für Frauen als Verletzung der Menschenrechte und als eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt.
Als wichtiger Erfolg im vergangenen Jahr ist zu verzeichnen, dass die Beschlüsse des Rates zu „der Förderung für beide Seiten vorteilhafter Partnerschaften durch bessere Finanzierung, Gleichstellung der Geschlechter, globale Gesundheit und Handel“ in hohem Maße mit den politischen Forderungen der DSW übereinstimmen. Gleiches gilt für die lang erwartete und im März 2026 von der Europäischen Kommission schließlich veröffentlichte neue Gleichstellungsstrategie, in deren Mittelpunkt SRGR steht. Darin wird auch die Unterfinanzierung der Entwicklung von Verhütungsmitteln für Männer anerkannt – ein Bereich, in dem die DSW ihre Advocacy-Arbeit ausgeweitet hat.
Dennoch sehen wir uns auch auf EU-Ebene mit einem immer schwierigeren politischen und fiskalischen Umfeld konfrontiert. Gleichstellung, Menschenrechte und Wissenschaft werden zunehmend in Frage gestellt, zugleich schrumpft der Raum für die Beteiligung der Zivilgesellschaft an politischen Entscheidungsprozessen. Die Generaldirektion Gesundheit der Europäischen Kommission unter der Leitung des ungarischen Kommissars Várhelyi ordnete die Einstellung der Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen im Bereich Gesundheit an und die Gesetzesvorschläge für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (2027–2034) setzen klar auf Wettbewerbsfähigkeit und „EU-Präferenz“. Besorgniserregend ist auch die fehlende Berücksichtigung der Geschlechterperspektive in mehreren gesundheitspolitischen Maßnahmen aus dem Jahr 2025 sowie die zunehmend verbreitete Umdeutung von SRGR zu Mütter- und Kindergesundheit, wodurch die menschenrechtliche Dimension in den Hintergrund gedrängt wird.
Gleichzeitig sieht der Vorschlag für das EU-Instrument „Global Europe“ ein erhöhtes Budget für die Entwicklungszusammenarbeit vor und die laufenden Verhandlungen erscheinen im Hinblick auf Gleichstellung und SRGR durchaus vielversprechend. Die jüngste Ankündigung der Kommission zur Global Health Resilience Initiative deutet zudem darauf hin, dass in den verbleibenden zwei Jahren des aktuellen Finanzrahmens wieder verstärkt Mittel für globale Gesundheit mobilisiert werden könnten. Die globalen Kürzungen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit führen derweil zu einer stärkeren Fokussierung auf innovative Finanzierungsansätze.
Dank der anerkannten Expertise des Brüsseler Advocacy-Teams wurde die DSW erneut in das HERA Civil Society Advisory Forum berufen und in die EDCTP-Stakeholdergruppe aufgenommen. Darüber hinaus können wir uns durch die Nominierung als offizielles Co-Sekretariat der Interessengruppe des Europäischen Parlaments „MEPs for Women’s Health“ verstärkt für die Schließung der geschlechtsspezifischen Gesundheitslücke einsetzen.
Die Förderung von Forschung zu neuen Verhütungsmethoden für alle Geschlechter bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Im März haben wir unsere Kampagne zur Innovation im Bereich männlicher Verhütung vor das Europäische Parlament gebracht. Dabei erwies sich das große Kondom, das wir unter dem Banner „Democracy in Action“ aufgestellt haben, als – auch medial – wirkungsvoller Gesprächsauftakt.
© DSW
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Unsere Mitgliedschaften
Because Health
CONCORD
Countdown 2030 Europe
Deutsches Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten
EDCTP Stakeholders Group
EPC
GENDRO
German Health Alliance (GHA)
Global Fund Advocates Network
Global Health Hub Germany
HERA Civil Society Forum
Population and Sustainability Network
Reproductive Health Supplies Coalition
ScienceBusiness
Stop-TB Forum
The Partnership for Maternal, Newborn and Child Health
Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO)
Walking the Talk
Kommunikation
Soziale Medien und stetig wachsende künstliche Intelligenz lassen zuweilen den Eindruck entstehen, dass Kommunikation sich heutzutage fast nur noch im digitalen Raum abspielt – und natürlich findet hier auch ein erheblicher Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit statt. Doch wenn es eines Beweises bedurfte, dass die analoge Kommunikation in physischer Präsenz und im Dialog von Mensch zu Mensch immer noch und auch medial äußerst wirkmächtig ist, dann hat diesen im Laufe der vergangenen Monate unser sieben Meter hohes Riesenkondom erbracht.
Wir standen damit im letzten Herbst vor dem Brandenburger Tor in Berlin, um in einer gemeinsamen Aktion mit „Americans for Contraception“ gegen die von der US-Regierung geplante Vernichtung von Verhütungsmitteln zu protestieren. Die Amerikaner ihrerseits hatten eine sechs Meter hohe Spirale dabei. Diese besondere Paarung schaffte es nicht nur auf unzählige Fotos von Reisenden aus aller Welt, sondern auch in die einschlägigen deutschen Medien und erreichte alleine bei TikTok 14.000 Klicks.
Nicht minder erfolgreich war eine Aktion im Frühjahr 2026 in Brüssel, wo wir das Kondom vor dem EU-Parlament platziert hatten, um damit unsere Kampagne für mehr Forschung im Bereich der Verhütungsmittel für Männer zu eröffnen. Hier fehlten zwar die Amerikaner mit ihrer Spirale, dafür wurden der Landestradition entsprechend frisch gebackene, in der Form zum Riesenkondom passende Waffeln angeboten, die zum Verweilen und Diskutieren einluden – und auch hier war die Medienresonanz mit über 300 Veröffentlichungen äußerst erfolgreich.
Schon traditionell steht das Kondom zudem an unserem Stand beim alljährlichen Entdeckertag in Hannover, wo es nicht nur für unsere Arbeit wirbt, sondern gelegentlich auch für ein Stück Aufklärungsarbeit in deutschen Familien sorgt.
Menschen „im echten Leben“ zu treffen und mit ihnen zu sprechen, das ist auch der Grundbaustein einer jeden guten Reportage. Auch 2025 haben wir es mit unserem Medienpreis wieder Journalisten ermöglicht, nach Subsahara-Afrika zu reisen und über Themen aus dem Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte, Geschlechtergerechtigkeit und Bevölkerungsentwicklung zu recherchieren und zu berichten.
Bei der Preisverleihung in Berlin standen nicht nur die Prämierten im Mittelpunkt, sondern auch ihre immer schwieriger werdenden Arbeitsbedingungen. Unter der fachkundigen Moderation von Ninia LaGrande, berichteten Anne Ackermann, Veronica Frenzel, Rebecca Stegmann, Jan Rübel, Lara Voelter und Clara Hellner von zunehmenden Restriktionen vor Ort, aber oftmals auch schwacher Unterstützung und nicht zuletzt schwindenden finanziellen Mitteln in den heimatlichen Redaktionen.
Umso wichtiger sind auch zukünftig Stipendien wie der DSW-Medienpreis und unermüdliche Kommunikationsarbeit – auf der Straße wie im Netz – damit unsere Themen auf der gesellschaftlichen wie politischen Agenda bleiben.
Fundraising
Lotsen im Erb-Dschungel: Von Nachlass, Zustiftungen und Stiftungsfonds
Fußball, Wetter, Testament? Zugegeben: Der eigene Nachlass ist nicht gerade das Small-Talk-Thema Nummer eins. Nichtsdestotrotz ist es sehr beruhigend und hilfreich, sich rechtzeitig auch mit dem eigenen Lebensende auseinanderzusetzen. Denn, wer frühzeitig seinen Nachlass regelt, schafft Klarheit und kann persönliche Werte gezielt weitergeben. Gleichzeitig bietet sich so die Möglichkeit, über das eigene Leben hinaus Positives zu bewirken – etwa gemeinsam mit uns für junge Menschen in Ostafrika.
Es gibt viele verschiedene Wege, Hilfe zu schenken: durch die Berücksichtigung der DSW im Testament, eine Zustiftung oder die Gründung eines Stiftungsfonds zu Lebzeiten. Die DSW begleitet bei allen Fragen und hilft, die passende Form des Engagements zu finden. Alle wichtigen Informationen finden Sie auch auf unserer Website.
Zusätzlich steht auf unserer Website seit kurzem ein kostenloser Testamentsgenerator zur Verfügung: der Erblotse. Es handelt sich um eine digitale Anwendung, die Menschen bei allen Fragen rund ums Erben und Vererben begleitet, bis sie am Ende ihr fertiges Testament vorliegen haben. Mithilfe des Testamentsgenerators können Sie als Service kostenlos Schritt für Schritt ein rechtssicheres Testament erstellen und individuelle Regelungen zu Ihrer Erbfolge treffen.
Sollten Sie die DSW in Ihrem Testament bedenken, eröffnen Sie Jugendlichen in Ostafrika die Chance auf ein gesundes und selbstbestimmtes Leben. Durch bewusste Vorsorge können Sie über Ihr Leben hinaus nachhaltig Einfluss nehmen – und die Zukunft junger Menschen positiv mitgestalten. Dafür danken wir Ihnen schon heute!
Ihre Ansprechpartnerin:
Sina Rabe
Referatsleiterin Fundraising
Telefon: (0511) 9 43 73 15
E-Mail: sina.rabe@dsw.org
Im Jahr 2025 erhielt die DSW neben privaten Spenden auch finanzielle Unterstützung von anderen Gebern.
Wir bedanken uns bei folgenden Stiftungen und Vereinen*
- Arthur Braun-Stiftung
- Familie Braun-Stiftung
- Frauengemeinschaft Neuching e. V.
- Gates Foundation
- Gerhard und Paul-Hermann Bauder-Stiftung
- Hamasil-Stiftung
- Hanns R. Neumann Stiftung (Konsortialpartnerin)
- HIVOS
- Ingeborg Schulze-Stiftung
- IPPF EN
- Josef und Therese Arens Stiftung
- Lothar-und-Ursula-Beyer-Stiftung
- Male Contraception Initiative (MCI)
- Merck Family Foundation durch Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie
- Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
- Renate Dommasch-Stiftung
- Siemens Stiftung (Konsortialpartnerin)
- Stiftung Bapke – Eva Bak und Wolf-Dieter Hapke
- Stiftung van Meeteren
- The David and Lucile Packard Foundation
- The William and Flora Hewlett Foundation
- Waterloo Foundation
- Werner und Karin Schneider-Stiftung
Wir bedanken uns bei folgenden öffentlichen Gebern
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- KfW Entwicklungsbank
- UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA)
Wir danken folgenden Unternehmen*
- Bayer AG
- Dirk Rossmann GmbH
- FEIG ELECTRONIC GmbH
- Holzwerke van Roje GmbH + Co KG
- KAOS INVEST GmbH
- MSI Reproductive Choices
- Rossini Gastronomie GmbH
- SAfA gGmbH
- Zahnarztpraxis Dr. Andreas Hutter
Unser besonderer Dank gilt unseren Stiftern Dirk Roßmann und Erhard Schreiber (†) sowie unserem Mitstifter Christian Schrom.
Außerdem danken wir Dr. Gudrun Eger-Harsch und Prof. Ulrich Harsch, Herman-Ludwig Kruckenfellner sowie Dr. Frank Dröscher, die jeweils einen Stiftungsfonds unter dem Dach der DSW gegründet haben.
Wir gedenken zudem unseren langjährigen Wegbegleitern Marlene v. Reichenbach, Alfred Biolek sowie Christa und Hans-Joachim Tegtmeier.
*Aufgeführt sind Stiftungen und Vereine, die 2025 Zuwendungen von mehr als 1.000 Euro geleistet haben und Unternehmen, die mehr als 5.000 Euro spendeten.
Die DSW wirbt um Spenden mithilfe von Mailings, Newslettern, Plakaten, Anzeigen, Faltblättern (Flyer), auf unserer Website, in Sozialen Medien, per Bußgeld- und Erbschaftsmarketing sowie bei Veranstaltungen wie dem Kirchentag und dem Entdeckertag.
Finanzen
Im Jahr 2025 erzielte die DSW Einnahmen in Höhe von 9,44 Millionen Euro. Ein bedeutender Anteil, 22 Prozent, stammt aus Spenden, Nachlässen und Zustiftungen. Die übrigen Mittel wurden unter anderem von öffentlichen Gebern und anderen Organisationen bereitgestellt. Die Ausgaben im selben Jahr beliefen sich auf insgesamt 9,50 Millionen Euro. Ganze 84,6 Prozent davon kamen direkt unserer Projektarbeit zugute. 10,1 Prozent flossen in die Verwaltung und 5,3 Prozent in Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit. Unser Ziel ist es stets, die Effektivität unserer Projekte zu maximieren und jeden Euro effizient einzusetzen. Wir stellen sicher, dass Ihre Zuwendung Wirkung zeigt!
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Einnahmen der DSW |
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|
2025 |
2024 |
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Einnahmen aus Geldspenden |
1.914.970,69 € |
20,3% |
2.352.928,78 € |
20,8% |
|
Einnahmen aus Nachlässen |
106.300,00 € |
1,1% |
9.500,00 € |
0,1% |
|
Einnahmen aus Zustiftungen |
53.550,00 € |
0,6% |
375.100,00 € |
3,3% |
|
Einnahmen aus Geldauflagen (Bußgeldern) |
1.100,00 € |
0,0% |
0,00 € |
0,0% |
|
Sammlungseinnahmen |
2.075.920,69 € |
22,0% |
2.737.528,78 € |
24,2% |
|
Zuwendungen der öffentlichen Hand |
1.642.223,35 € |
17,4% |
2.812.906,84 € |
24,9% |
|
Zuwendungen anderer Organisationen * |
3.112.492,56 € |
33,0% |
6.379.919,55 € |
56,4% |
|
Sonstige Einnahmen ** |
2.613.572,97 € |
27,6% |
-615.637,47 € |
-5,4% |
|
Gesamteinnahmen |
9.444.209,57 € |
100,0% |
11.314.717,70 € |
100,0% |
|
|
||||
|
** Durch Zuordnung des Verbrauchs von in den Vorjahren zugeflossenen Spenden und Zuwendungen (Ergebnisrechnung Pos. 2) und den noch nicht verbrauchten Zufluss von Spenden und Zuwendungen des Geschäftsjahres (Ergebnisrechnung Pos. 3) ergibt sich die Veränderung zum Vorjahr. |
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Ausgaben der DSW |
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|---|---|---|---|---|
|
2025 |
2024 |
|||
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Programmausgaben *** |
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|
- Projektförderung |
5.847.979,82 € |
61,6% |
8.065.879,99 € |
70,8% |
|
- Projektbegleitung |
1.353.285,12 € |
14,2% |
1.321.593,19 € |
11,6% |
|
- Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit |
840.226,68 € |
8,8% |
843.100,12 € |
7,4% |
|
Zwischensumme |
8.041.491,62 € |
84,6% |
10.230.573,30 € |
89,8% |
|
Werbe-, Öffentlichkeits- und Verwaltungsausgaben |
||||
|
- Allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Werbung |
501.018,53 € |
5,3% |
505.210,39 € |
4,4% |
|
- Verwaltungsausgaben |
954.977,32 € |
10,1% |
655.388,20 € |
5,8% |
|
Zwischensumme |
1.455.995,85 € |
15,4% |
1.160.598,59 € |
10,2% |
|
Gesamtausgaben **** |
9.497.487,47 € |
100,0% |
11.391.171,89 € |
100,0% |
|
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**** Bei den Gesamtausgaben wird das Finanzergebnis in Höhe von EUR 53.277,90 (Vorjahr EUR 76.454,19) nicht berücksichtigt. |
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Impressum
Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation, mit dem Ziel, das Potenzial der größten Jugendgeneration aller Zeiten zu fördern, um damit zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Sie ermöglicht jungen Menschen in Ostafrika den Zugang zu jugendgerechten Gesundheitsinformationen und modernen Verhütungsmitteln, und setzt sich auch auf politischer Ebene für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung ein, insbesondere für junge Frauen und Mädchen. Darüber hinaus arbeiten die Büros in Europa und Ostafrika für die gendergerechte Förderung von Forschung und Innovation zur Bekämpfung armutsassoziierter Krankheiten und Verbesserung der Frauengesundheit.
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
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